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Notaufnahme Tag 3

Heute ist unglaublich viel los. Es kommen hintereinander drei Patienten mit dem Krankenwagen, eine Nierenkolik, ein starker Kopfschmerz und ein Mann mit einem anaphylaktischen Schock. Außerdem liegt nebenan noch ein Mann, der seit drei Tagen nicht mehr pullern war und der dringend sondiert werden muss, aber wir sind alle so mit Blutdruck messen und Elektrokardiogramm kleben beschäftigt, dass er vorerst warten muss. C. ist die einzige Krankenschwester, die gerade verfügbar ist, und so sagt sie mir, dass ich dem Patienten mit den anaphylaktischen Schock eine Flexüle legen soll, während die holländische Praktikantin damit beschäftigt ist, ein Elektro zu machen und der Pflegehelfer (auch noch am gleichen Patienten) die Konstanten nimmt. Jetzt bloß ruhig bleiben! Wie aufregend! Sie traut es mir zu, ganz alleine in einer Streßsituation eine Flexüle zu legen! Ich finde eine gute Vene und treffe sie auf Anhieb. 10 ml Blut für die Analyse in eine Spritze saugen, gucken ob die Flexüle auch durchlässig ist und – Geschafft! Ich bin ein bisschen stolz, als ich den Tropf verbinde und auf vollen Durchlauf stelle. Beim Patienten mit der vollen Blase lege ich gleich meine nächste Flexüle und helfe dann der Ärztin beim Blasenkatheter. Was für ein Morgen! Als ich das erste Mal Zeit habe, mich hinzusetzen, ist es schon um 12. Ein bisschen später wird eine magersüchtige Patientin eingeliefert. Wenigstens habe ich beim Elektro keine Schwierigkeiten, ihre Interkostalräume zu zählen. Die Blasen! Ich hätte fast die riesigen Blasen vergessen! Eine Patientin hatte heute drei riesige, mit Flüssigkeit und einer Art von Gel gefüllte Blasen. Sie sagte, sie hatte genau die gleichen Blasen vor einem Jahr zur gleichen Zeit. Der Arzt P. vermutete, dass sie von einer kleinen schwarzen Mücke gebissen wurde und darauf allergisch ist. C. hat die Blasen aufgestochen und die Blasenhaut mit der Pinzette abgezupft.
12.9.14 20:47


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Notaufnahme Tag 2

Gleich um acht kommt ein Patient, der uns sagt, er sei hingefallen. Seine Augenbraue ist aufgeplatzt und muss genäht werden. Heute sind zwei Krankenschwestern da, M. und C. M. arbeitet normalerweise nicht in der Notaufnahme, sondern irgendwo anders im Krankenhaus (ich hab auch nicht so ganz verstanden wo), deshalb ist es schon etwas länger her, dass sie das letzte Mal genäht hat. Zu ihrem Glück ist der Patient Engländer, so dass er nicht versteht, dass C. M. erst noch mal erklären muss, wie dass mit dem Nähen geht. Wir decken den Patienten mit sterilen Tüchern zu, bis von seinem Gesicht nur noch eine Augenbraue zu sehen ist und dann geht M. mit Pinzette und einer halbrunden Nadel, an deren Ende ein Faden angebracht ist, zu Werk (vorher bekommt er natürlich eine Lokalanästhesie). Es ist nicht so wie beim Nähen, wo man den Faden fortlaufend verwendet. Man schneidet den Faden nach jedem Punkt, den man genäht hat, ab und fängt den neuen Punkt unabhängig vom alten an. Der Patient braucht nur drei Punkte, und obwohl es schon lange her ist, das M. das letzte Mal genäht hat, sieht die Wunde gut aus. Später kommt eine Frau, bei der wir die Fäden ziehen müssen, auch bei einer kleinen Platzwunde am Kopf, diesmal auf der Stirn. Nachmittags wird ein Verkehrsunfall eingeliefert, der Mann kommt mit nur noch einem Schuh und die Sonnenbrille hat er auch noch auf. Um den Arm trägt er schon einen Verband, und als wir diesen abnehmen, sehe ich die erste richtige Wunde, die ich bisher gesehen habe. Größer als eine Schramme, ein Schnitt oder ein Diabetes-Beingeschwür. Es ist echt krass. In der Haut ist einfach ein riesiges Loch, darunter sieht man den Muskel, der auch eingerissen ist, und ich meine sogar den Knochen gesehen zu haben. Die Wunde ist einfach unglaublich riesig und blutet überhaupt nicht mehr und man kann einfach in den Arm hineingucken! Ich glaube ich muss ausgesehen habe, als würde ich ein UFO sehen und keine Wunde. C. desinfiziert das Loch, deckt es wieder zu und sagt, das wäre dann wohl doch eher ein Fall für den OP.
12.9.14 20:46


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